Ein Anfang ist geschafft: Vor eineinhalb Jahren trat OpenSquare mit ganzseitigen Inseraten in der «NZZ», im «Le Temps» und der «la Domenica» zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Über 300 Persönlichkeiten aus der ganzen Schweiz erklärten damals den letzten Sonntag im Juni zum «Tag des öffentlichen Raums». In der Zwischenzeit haben wir eine Homepage aufgebaut, monatliche Newsletter etabliert, eine repräsentative Umfrage durchführen lassen und letzten Juni neun Städte und sieben mittlere und kleinere Gemeinden dazu bewegt, an der Aktivierungs-Kampagne zum Tag des öffentlichen Raums teilzunehmen. Und, vielleicht haben Sie es schon gehört, wir beginnen in 10 Tagen die monatlichen OpenSquare «Schwerpunktgespräche öffentlicher Raum», die auch digital (virtual conference) verfolgt werden können.
Aber, wofür steht OpenSquare und was ist das Ziel? Zentraler Punkt für OpenSquare ist die Wertschätzung des öffentlichen Raums als fundamentale Einrichtung einer offenen, demokratischen Gesellschaft. Das ist nicht selbstverständlich, ist doch der öffentliche Raum durch den motorisierten Verkehr, durch Kommerzialisierung, Eventisierung und Segregation heute stark unter Druck.
Die Bevölkerung hat sich in der Schweiz seit den 1950er Jahren nahezu verdoppelt. Seit den 1960er Jahren ist auch die Mobilität sprunghaft angestiegen. Mit dem Wachstum und neuen gesellschaftlichen Ansprüchen wurden die Aufgaben der Städte und Gemeinden grösser und komplexer. In den 1990er Jahren und vor allem im Zusammenhang mit den Umwandlungen von Industriebrachen in ganze Stadtquartiere entstanden «Public Private Partnerships», oft ungleich starke Partnerschaften zwischen Städten und der Privatwirtschaft. Demokratisch legitimiert wurden diese Projekte oft durch partizipatorische Planungsprozesse, die aber bald als «Particitainment» diskreditiert und heute oft durch ihre Rolle als Zuarbeiterinnen für neoliberale PPP-Projekte kompromittiert sind. Aus diesen Prozessen entstanden unter anderem auch «POPS, privately owned Public Spaces», sich in Privatbesitz befindende «öffentliche» Räume, über welche wir im Februar-Schwerpunktgespräch im Baukulturhaus in Winterthur diskutieren werden. Gesichert ist, dass gerade in den Innenstädten, in denen die Immobilienpreise sich in den letzten Jahren vervielfacht haben, die Interessenskonflikte zwischen den Besitzenden der Liegenschaften und der Gesellschaft zunehmen werden.
Vor diesem Hintergrund braucht es eine informierte, streitlustige Gesellschaft, die weiss, was gute öffentliche Räume wert sind und wofür wir sie brauchen und die auch bereit ist, sich dafür einzusetzen.
Herzliche Grüsse
Thomas Schregenberger
OpenSquare